Frauen | Cup 1/8 Final-Krimi auf dem Hafenfeld – Münsterlingen bezwingt Widnau im Penaltyschiessen

Veröffentlicht: 24. September 2026Kategorien: Frauen, Spielbetrieb

EINE REAKTION WAR GEFRAGT
Die Ausgangslage vor dem Cupspiel gegen Widnau war klar. Im Meisterschaftsspiel vom 12. September in Eschlikon musste Münsterlingen eine deutliche 1:4-Niederlage hinnehmen. An diesem Tag passte vieles nicht zusammen, weder auf dem Platz noch von der Bank aus. Es war ein Auftritt, mit dem niemand wirklich zufrieden sein konnte.

Entsprechend galt es, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Für das bevorstehende Cupspiel gegen Widnau wollte die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. Kompakter auftreten, besser miteinander kommunizieren, füreinander arbeiten und vor allem wieder als Einheit auftreten.
Dass mit Widnau ein starker Gegner wartete, machte die Aufgabe nicht einfacher. Umso wichtiger war es, einen klaren Matchplan zu haben und diesen gemeinsam über die gesamte Spielzeit durchzuziehen.

Und genau das sollte an diesem Cup Abend eindrücklich gelingen.

DER MATCHPLAN GEHT AUF
Bereits in der Kabine war der Matchplan klar definiert. Gegen die starken Gäste aus Widnau wollte Münsterlingen zunächst aus einer stabilen Defensive heraus agieren. Das erste Ziel lautete, möglichst lange die Null zu halten, kompakt zu stehen und dem Gegner möglichst wenig Raum für sein Spiel zu geben.
Und genau diesen Plan setzte die Mannschaft von Beginn an hervorragend um. Gemeinsam wurde verteidigt, viel kommuniziert und um jeden Ball gekämpft. Die Spielerinnen unterstützten sich gegenseitig, verschoben als Einheit und machten es Widnau schwer, gefährlich vor das Münsterlinger Tor zu kommen.

Und wenn es den Gästen doch einmal gelang, die Defensive zu durchbrechen, war da immer noch Steffi im Tor. Mit ihrer Präsenz und starken Paraden war sie ein sicherer Rückhalt.

Dabei beschränkte sich Münsterlingen keineswegs nur aufs Verteidigen. Nach Ballgewinnen suchte das Team immer wieder mutig den Weg nach vorne und setzte gezielt Nadelstiche.

KATHY NUTZT IHREN SPEED
In der 39. Minute wurde dieser Mut belohnt. Tanja brachte den Ball über die rechte Seite zu Melina, die mit einem starken Ball in die Tiefe die Widnauer Defensive aushebelte. Rackete Kathy, nutzte ihren Speed, setzte sich entscheidend ab und schob den Ball sauber ins rechte Eck ……1:0 für Münsterlingen!

Der Matchplan war damit bis kurz vor der Pause nahezu perfekt aufgegangen. Doch in der 43. Minute gelang Widnau noch der Ausgleich zum 1:1.

Ärgerlich so kurz vor dem Pausenpfiff, aber kein Grund, vom eingeschlagenen Weg abzuweichen.

MELINA STOLPERT MÜNSTERLINGEN WIEDER IN FÜHRUNG
Nach der Pause erwischte Münsterlingen einen Traumstart. Bereits in der 50. Minute kam der Ball über die linke Seite gefährlich vor das Widnauer Tor und landete am zweiten Pfosten bei Melina Schneider. Ihr erster Abschluss klatschte noch an den Pfosten, doch der Ball kam nochmals zu ihr zurück. Melina setzte nach und stolperte den Ball im zweiten Anlauf irgendwie über die Linie. Vielleicht kein Treffer fürs Lehrbuch, dafür umso schöner für die Mannschaft: 2:1 für Münsterlingen!

Damit wurde die starke und disziplinierte Leistung erneut belohnt. Spätestens jetzt war klar, Münsterlingen war an diesem Abend nicht nur gekommen, um Widnau das Leben schwer zu machen. Die Mannschaft glaubte daran, diesen Cup-Fight gewinnen zu können.

In der 64. Minute folgte jedoch der nächste Rückschlag. In einer eigentlich kontrollierbaren Situation liess man den Gästen etwas zu viel gewähren und schaffte es nicht, den Ball konsequent aus der Gefahrenzone zu klären. Widnau nutzte die Gelegenheit und erzielte das 2:2.

EIN OFFENER SCHLAGABTAUSCH
Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Partie endgültig zu einem offenen Schlagabtausch. Es ging hin und her, beide Mannschaften suchten ihre Möglichkeiten und die Spannung war auf dem Hafenfeld förmlich zu spüren. Für die Zuschauer entwickelte sich ein äusserst unterhaltsames Cupspiel, bei dem jederzeit auf beiden Seiten etwas passieren konnte.

Auch von der Seitenlinie wurde reagiert. Durch verschiedene Wechsel erhielten einige Spielerinnen zwischenzeitlich eine Verschnaufpause, gleichzeitig kam frisches Blut auf den Platz. Die eingewechselten Spielerinnen fügten sich nahtlos ein und halfen mit, die Intensität hochzuhalten.

Je länger das Spiel dauerte und je häufiger der Blick auf die Match Uhr ging, desto konkreter wurde ein Szenario. Dieses Spiel könnte tatsächlich im Penaltyschiessen entschieden werden.

Entsprechend wurde in der 90. Minute nochmals gewechselt. Die zuvor geschonten und routinierten Spielerinnen kamen zurück auf den Platz, auch mit Blick auf das immer wahrscheinlicher werdende Penaltyschiessen.

Kurz darauf war klar, nach einem intensiven, spannenden und leidenschaftlich geführten Cupfight stand es 2:2 – die Entscheidung musste vom Punkt fallen.

FÜNF MELDEN SICH – VIER MÜSSEN RAN
Für das Penaltyschiessen war schnell klar, wer Verantwortung übernehmen wollte. Mit Mareike, Tanja, Katja, Jeli und Kathy meldeten sich fünf Schützinnen. Jetzt hiess es……. Nerven behalten.

Mareike machte den Anfang und brachte Münsterlingen mit dem ersten Penalty souverän in Führung. Widnau antwortete ebenfalls sicher, Steffi hatte beim ersten Versuch keine Chance.

Als Zweite trat Tanja an. Kein langes Zögern, sie versenkte ihren Schuss mit einem Knall im Netz. Beim zweiten Penalty der Gäste ahnte Steffi die Ecke, war dran, doch am Ende fehlte wohl der verlängerte Fingernagel, um den Ball noch entscheidend abzulenken.

Dann kam Katja. Auch sie liess sich von der Spannung nicht beeindrucken und platzierte ihren Penalty stark im Tor. Drei Schützinnen, drei Treffer.

Beim dritten Versuch von Widnau dann der erste grosse Vorteil für Münsterlingen.

Der Ball flog über das Tor direkt in den Ballfänger!

Nun trat Jeli als vierte Münsterlinger Schützin an. Auch sie blieb eiskalt und setzte ihren Penalty in der richtigen Höhe links in die Maschen. Vier Penaltys, vier Treffer.

JETZT KONNTE DIE ENTSCHEIDUNG FALLEN
Die vierte Widnauer Schützin lief an……..und diesmal hatte Steffi alle Sinne beisammen. Sie war zur Stelle und liess den Ball nicht ins Tor!

DAS WAR’S………CUP 1/8 FINAL – SIEG!
In diesem Moment brachen alle Dämme. Die Mannschaft stürmte auf Steffi zu, Spielerinnen und Staff lagen sich in den Armen und der Jubel auf dem Hafenfeld kannte keine Grenzen.

Kathy musste als fünfte Schützin gar nicht mehr antreten. Aber darüber dürfte sie schnell hinweggekommen sein. Schliesslich hatte sie mit ihrem Treffer zum 1:0 in der 39. Minute bereits einen ganz wichtigen Beitrag zu diesem Cup Abend geleistet.

DIE RICHTIGE ANTWORT AUF ESCHLIKON
Nach einem Spiel voller Kampf, Leidenschaft, Zusammenhalt und Teamgeist belohnte sich Münsterlingen mit dem 6:4-Sieg nach Penaltyschiessen für eine starke Mannschaftsleistung.

Vielleicht war dabei nicht alles perfekt. Aber im Vergleich zum Auftritt in Eschlikon wenige Tage zuvor zeigte die Mannschaft genau die Reaktion, die man sich vorgenommen hatte. Auf dem Platz wurde miteinander gesprochen, füreinander gearbeitet und gemeinsam gekämpft und auch von der Bank wurde die Mannschaft unterstützt und mitgetragen.

Ein Cup Abend, der einmal mehr zeigte, wenn diese Mannschaft gemeinsam kämpft, füreinander arbeitet und an sich glaubt, ist einiges oder gar alles möglich.

One Team – One Spirit! FCM-Frauen