Frauen | Kleiner Kader, zwei Rückstände und ein Sonntagsschuss am Samstag

Veröffentlicht: 28. September 2026Kategorien: Frauen, Spielbetrieb

Die Vorzeichen für das Auswärtsspiel in Werdenberg waren speziell. Gerade einmal elf Spielerinnen der ersten Mannschaft standen uns zur Verfügung. Unterstützung erhielten wir von Noelia von den FF17-Juniorinnen, die zum ersten Mal mit der ersten Mannschaft dabei war. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Noelia für ihre Unterstützung. Schön, dass du dabei warst!

Allerdings sah es auf der anderen Seite nicht viel anders aus. Auch Werdenberg trat mit nur zwölf Spielerinnen an. Somit war spätestens beim Blick auf beide Spielerbänke klar, heute wird nicht viel gewechselt, heute wird viel gelaufen. Für die meisten Spielerinnen bedeutete das 90 Minuten Einsatz. Die Trainer hatten entsprechend bei der Aufstellung auch nicht gerade die Qual der Wahl.

Ein ganz anderes Spiel als im Cup
Von Beginn weg entwickelte sich ein ganz anderes Spiel als noch wenige Tage zuvor beim Cupspiel gegen Widnau. Während dort vieles klar, konsequent und mit der nötigen Entschlossenheit gespielt wurde, machten wir uns das Leben in Werdenberg gerne etwas komplizierter. Warum den einfachen Pass spielen, wenn man auch noch einen Haken, einen zweiten Gedanken und vielleicht noch einen kleinen Umweg einbauen kann?

Die Folge waren zu viele unnötige Ballverluste und zu wenig Druck nach vorne. Bereits in der 5. Minute nutzte Werdenberg eine Gelegenheit und ging mit 1:0 in Führung. Einen gemütlichen Start in den Samstagnachmittag hatten wir uns definitiv anders vorgestellt.
Tanja zeigt, wie einfach es gehen könnte In der 35. Minute zeigte Tanja dann, dass Fussball manchmal gar nicht so kompliziert sein muss. Sie setzte ihre Gegenspielerin giftig unter Druck, blieb hartnäckig dran und luchste ihr den Ball ab. Danach kein Schnörkel, kein Umweg und kein unnötiger Haken, Kopf hoch und Schuss! Mit einem sauberen Distanzschuss ins rechte Eck erzielte sie den 1:1-Ausgleich. So einfach kann Fussball sein.

Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde dann allerdings deutlich, dass beide Mannschaften nur eine Auswechselspielerin zur Verfügung hatten. Die Luft war langsam draussen. Das Tempo nahm ab und vermutlich freuten sich nicht nur die Trainer auf die Pause.  Mit dem 1:1 ging es in die Kabine.

Steffi raus und Dalia rein ins Tor
Zur Halbzeit kam dann ein Wechsel, auf den sich Steffi schon lange gefreut hatte. Die Torwarthandschuhe durften für einmal Pause machen. Dalia übernahm das Tor und Steffi durfte raus aufs Feld. Endlich einmal nicht nur von hinten dirigieren, sondern selbst dorthin laufen, wo sie ihre Mitspielerinnen sonst immer hinschickt. An dieser Stelle gehört aber vor allem auch ein grosses Dankeschön an Dalia. Einmal mehr erklärte sie sich bereit, zwischen die Pfosten zu stehen, und einmal mehr machte sie ihre Sache richtig gut. Es ist alles andere als selbstverständlich, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn man normalerweise auf dem Feld zu Hause ist. Mit Steffi sollte gleichzeitig etwas mehr Präsenz in unsere Spitze kommen.

Wir machten es uns weiterhin selbst schwer
Wer nun dachte, wir hätten in der Pause beschlossen, alles etwas einfacher zu machen, wurde leider enttäuscht. Auch in der zweiten Halbzeit blieb es ein Auf und Ab. Unsaubere Pässe, zu grosse Abstände zu den Gegenspielerinnen und teilweise sehr passives Verhalten machten uns weiterhin das Leben schwer. Immer wieder warteten wir darauf, dass der Ball zu uns kommt, anstatt ihm aktiv entgegenzulaufen. Leider besitzt ein Fussball aber die unangenehme Eigenschaft, nicht von alleine zu uns zu kommen. In der 54. Minute folgte die Quittung. Werdenberg ging erneut mit 2:1 in Führung. Wir mussten also zum zweiten Mal einem Rückstand hinterherlaufen.

Ein Sonntagsschuss am Samstag
Die Zeit lief langsam davon. Spielerisch war es weiterhin nicht unser schönster Auftritt, aber eines konnte man der Mannschaft nicht vorwerfen…….Sie gab nicht auf. Und dann kam die 82. Minute. Tanja hatte offenbar beschlossen, dass ein Tor an diesem Nachmittag noch nicht genug war. Nahe der rechten Eckfahne setzte sie zum Schuss an. Der Ball stieg hoch, flog und flog und flog …

… und senkte sich tatsächlich ins lange Eck.

WUMS … drin! 2:2! Ein echter Sonntagsschuss am Samstag.

Punkt eingepackt und ab nach Hause
Mehr lag an diesem Nachmittag nicht drin. Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Wir machten uns mit unnötigen Ballverlusten, komplizierten Lösungen und teilweise zu passivem Verhalten das Leben selbst schwer. Aber wir sind zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen, haben trotz des kleinen Kaders bis zum Schluss gekämpft und uns den Punkt erarbeitet. Deshalb nehmen wir dieses 2:2 sehr gerne mit nach Münsterlingen.

Nochmals ein grosses Dankeschön an Noelia für ihren ersten Einsatz bei der ersten Mannschaft und an Dalia für das spontane und einmal mehr starke Einspringen im Tor.

Punkt eingepackt, danke schön!

Und jetzt freuen wir uns schon auf das Rückspiel, dann hoffentlich wieder in voller Besetzung, damit auch unsere Ersatzbank wieder weiss, wie es sich anfühlt, eine Ersatzbank zu sein.

One Team – One Spirit!
FCM-Frauen

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Freitag, 02.10.2026 Anpfiff: 20:15 Uhr FC Münsterlingen – FC Staad 2