Frauen | Rekordstart… und danach war plötzlich der Stecker draussen

Veröffentlicht: 28. August 2026Kategorien: Frauen, Spielbetrieb

Anpfiff und gefühlt war der Ball schon im Netz.
Gerade einmal 45 Sekunden waren gespielt, da durften die FCM-Frauen bereits jubeln. 1:0! Ein Start, der definitiv rekordverdächtig war. Schneller kann man eigentlich kaum in ein Spiel starten.

Wer nun dachte, dieser Blitzstart würde uns Sicherheit und zusätzlichen Schwung verleihen, wurde allerdings ziemlich schnell eines Besseren belehrt.

Denn was danach folgte, war eine absolut schlechte erste Halbzeit. Uninspiriert, teilweise lustlos und vor allem viel zu ängstlich in den Zweikämpfen liessen wir dem Gegner immer wieder den Vortritt. Dazu war unser Spiel geprägt von Fehlpässen. Kaum einmal gelang es uns, den Ball über mehrere Stationen sauber in den eigenen Reihen zu halten.

Über die Gründe für ein solches Auftreten auf heimischem Platz kann der Schreibende nur Vermutungen anstellen. War es die Angst, sich zu verletzen? War es die vermeintliche Sicherheit nach dem frühen Führungstreffer? Fehlte die letzte Konsequenz? Oder waren wir nach diesem Traumstart gedanklich bereits einen Schritt zu weit? Fragen über Fragen, die letztlich jede Spielerin nur für sich selbst beantworten kann. Wir kamen kaum in unser Spiel, liessen die nötige Entschlossenheit in den Zweikämpfen vermissen und überliessen Balzers zunehmend das Geschehen.

In der 20. Minute folgte dann der Ausgleich. Und wenn man schon einen Gegentreffer kassieren muss, dann offenbar so: Eine Balzer Spielerin nahm sich aus rund 20 Metern ein Herz und hämmerte den Ball mit einem klassischen Sonntagsschuss zum 1:1 ins Netz. Da gab es nicht viel zu diskutieren.
Danach holperte das Spiel im wahrsten Sinne des Wortes weiter. Der Platz präsentierte sich nicht gerade von seiner feinsten Seite und machte gepflegten Kombinationsfussball nicht unbedingt einfacher. Aber bevor wir nun den Rasen zum Schuldigen erklären: Balzers spielte auf genau demselben Platz. Und die Gäste kamen mit den Bedingungen schlicht besser zurecht.

In der 41. Minute folgte deshalb das 1:2.

Einmal mehr waren wir nicht nahe genug an unseren Gegenspielerinnen, schauten dem Geschehen zu und liessen Balzers zu viel Raum. Et voilà, aus dem 1:0 nach 45 Sekunden war ein 1:2 geworden.
Der Pausenpfiff kam zu diesem Zeitpunkt fast schon wie eine kleine Erlösung. Halbzeitpause. Zeit, um einiges zu klären. In der Garderobe folgte eine kurze, aber durchaus impulsive Ansage des Trainerteams. Viel musste eigentlich gar nicht gesagt werden. Jede Spielerin wusste selbst, dass das, was wir in den ersten 45 Minuten gezeigt hatten, weder unserem Anspruch noch unseren Möglichkeiten entsprach. Danach ging es wieder raus auf den Platz. Und zumindest eines war sofort sichtbar. In den Zweikämpfen und beim Kampfgeist hatte sich etwas verändert.

Plötzlich wurde dagegengehalten, nachgesetzt und um die Bälle gekämpft. Die Zweikämpfe wurden angenommen und es war deutlich mehr Bereitschaft zu erkennen, füreinander zu arbeiten.

Es war noch lange nicht das, was diese Mannschaft eigentlich kann. Aber immerhin, ein Ruck war durch die Mannschaft gegangen. Fussballerisch blieb es weiterhin holprig und auch die Fehlpässe waren mit der Halbzeitansage natürlich nicht einfach verschwunden. Aber die Körpersprache, der Einsatz und die Einstellung stimmten nun deutlich besser. Für den Ausgleich reichte es an diesem Abend trotzdem nicht mehr. Nach 95 Minuten war Schluss und die erste Niederlage der neuen Saison Tatsache. 1:2. Mund abwischen. Weiter geht’s. Denn auch solche Spiele gehören zu einer Saison.
Vielleicht braucht es manchmal sogar genau so einen Abend, um daran erinnert zu werden, dass im Fussball nichts von allein kommt. Es gibt Arbeit, definitiv. Aber es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir wissen, was diese Mannschaft kann. Wir haben bereits gezeigt, dass wir Fussball spielen können, dass wir füreinander kämpfen können und dass wir als Team funktionieren. Entscheidend ist, diese Qualitäten nicht nur dann abzurufen, wenn alles läuft.
Der Glaube an die eigenen Stärken, die Leidenschaft für den Fussball und der Wille, für die Mitspielerin den berühmten Schritt mehr zu machen, all das beginnt im Kopf. Eine Niederlage ändert nichts daran, was in dieser Mannschaft steckt. Sie zeigt uns lediglich, woran wir arbeiten müssen.

Also, Lehren daraus ziehen, im Training Gas geben und beim nächsten Spiel wieder zeigen, was die FCM-Frauen wirklich können. Denn eine Saison wird nicht durch eine Niederlage entschieden. Kopf hoch. Brust raus. Gemeinsam weiter.

One Team – One Spirit!

FCM-Frauen