Für viele Teams des FC Münsterlingen präsentiert sich die Bilanz der Herbstsaison eher überschaubar. So kam das alljährliche Eishockeyspiel gegen das Fun Team der Pikes Oberthurgau gerade zum richtigen Zeitpunkt, um die erste Saisonhälfte mit einem schönen Erlebnis abzuschliessen. Wie bereits bei den vergangenen Durchführungen, schaffte es Head-Coach Goran Sovric auch in diesem Jahr, eine schlagkräftige Truppe aus Aktiven Fussballern, Trainern und Funktionären zusammenzustellen.
Bewusst früh wurde die Besammlung beim EZO Romanshorn angesetzt, den erfahrungsgemäss benötigt bereits das korrekte Anziehen der Eishockey-Ausrüstung etwas mehr Zeit, als sich einfach nur die Fussballschuhe zu schnüren. Vor allem diejenigen, die zum ersten Mal beim FCM-«Art on Ice» mit machten, schafften es nur unter Anleitung, dass auch wirklich jeder Schoner am richtigen Platz sitzt und man trotzdem genügend Bewegungsfreiheit behielt um sich zum Schluss noch die Schlittschuhe zuzubinden.
So machten sich die Mannen um Vorstandsmitglied und Captain Dario Zimmermann bereits verschwitzt auf den Weg aufs Eis um sich vorgängig noch etwas an den ungewohnten Untergrund aklimatisieren zu können. Die Partie war angesetzt auf 2x 45min. – ein geschickter Schachzug des FCM. Zum einen ist man sich diese Spielzeit aus dem Fussball gewohnt, zum anderen war die konditionelle Überlegenheit aufgrund des deutlich tieferen Durchschnittsalters vermutlich der einzige Joker, den die Mannen vom Hafenfeld ziehen konnten. Dieser Plan ging aber nicht ganz auf… während auf Münsterlinger Seite die einen zwar ziemlich ansprechend mit dem Stock umgehen und andere ganz passabel Schlittschuh laufen konnten, vereinten die Herren der Pikes alle notwendigen Skills – und zwar jeder einzelne. So konnte sich das Heimteam mehrheitlich aufs Hockey spielen konzentrieren während die Fussballer teilweise mehr mit sich selbst als mit dem Gegner kämpften. Nach kurzem Warmlaufen machten die Pikes dann etwas ernst und bezwangen Pädi Stäheli im FCM-Tor ein erstes Mal… und ein zweites Mal… und ein drittes Mal. Zwar konnte auch die FCM-Delegation zweimal skoren, zur Halbzeitpause war der Rückstand bereits auf ein brutales, aber nicht unverdientes 2:8 aus Münsterlinger Sicht angewachsen.
Bandengeneral Sovric sah sich angesichts des sich anbahnenden Debakels zu einer Reaktion gezwungen. Er machte ernst, und transferierte kurzerhand den Oberthurgauer Topscorer ins Münsterlinger Ensemble. Zudem wurde auf der Goalie-Position getauscht. Pädi Stäheli hatte sich in der ersten Spielhälfte derart verausgabt, dass im zweiten Durchgang Dani Wiesli seinen Platz übernehmen musste. Mit diesen beiden Geniestreichen schien das Spiel dann zu kippen. Nicht nur, dass die Münsterlinger durch den Pikes-Spieler enorm an Qualität gewannen – Dani Wiesli wuchs mit seiner unorthodoxen aber bemerkenswert erfolgreichen Interpretation der Torwartposition richtiggehend über sich hinaus und brachte die Pikes an den Rande der Verzweiflung. Und tatsächlich spielte sich das FCM-Team mit dem starken Schlussmann im Rücken fast schon in einen Rausch. Innert kurzer Zeit konnte man den Rückstand halbieren, natürlich wurde man von den Pikes auch etwas spielen gelassen. Zum Schluss stand aus Münsterlingen Sicht eine knappe 8:10-Niederlage auf der Anzeigetafel, ein Resultat, mit dem beide Teams gut leben konnten, zumal das Resultat an diesem Nachmittag natürlich zweitrangig war und bleibt.
So traf man sich denn auch kurz nach dem Spiel noch in Gigi’s Refugium in Hefenhofen zum gemeinsamen Nachtessen und Fachsimpeln über das Spiel und verabredete sich auf den kommenden Sommer für ein Fussballspiel auf dem Münsterlinger Hafenfeld (dieses Mal soll es aber nun wirklich klappen!).
Ein herzlicher Dank soll zum Schluss dieses Berichts einmal mehr an die Organisatoren (beidseits) gerichtet werden. Zudem geht ein herzliches Dankeschön an die Betreiber der EZO in Romanshorn, welche den Amateuren des FCM die Infrastruktur bieten für dieses Spektakel auf Eis und last but not least natürlich dem Fun Team der Pikes Oberthurgau, die auch in diesem Jahr einen Sonntag-Nachmittag «geopfert» haben um dem FC Münsterlinger Entwicklungshilfe in Sachen Eishockey zu bieten – Danke vielmals!




























