FCM2 | Ein starkes Spiel bleibt unbelohnt

Am vergangenen Samstagabend empfängt man auf dem Hafenfeld den FC Amriswil – einen Gegner, der in den letzten Jahren fast schon eine Garantie für unterhaltsame Duelle war. Wenn diese beiden Teams aufeinandertreffen, ist Spannung programmiert – meist auf Augenhöhe, das zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Tabelle. Mit einem Spiel weniger und fünf Punkten Rückstand hat sich Münsterlingen vorgenommen, den Anschluss herzustellen. Bei herrlichem Wetter sind also beste Voraussetzungen gegeben – und so viel sei vorweggenommen: Das Spiel liefert einmal mehr ab.

In der Anfangsphase gibt Münsterlingen den Takt vor und lässt den Ball gefällig durch die eigenen Reihen laufen. In der 13. Minute dann der erste Aufreger: Sven sieht, dass der Amriswiler Keeper zu weit vor dem Tor steht, fasst sich kurz nach der Mittellinie ein Herz und zieht ab. Der Ball senkt sich gefährlich, doch der Schlussmann kann ihn mit letzter Mühe noch über die Latte lenken – das wäre beinahe ein echtes Traumtor geworden.

 

Von Beginn weg entwickeln sich intensive, aber faire Zweikämpfe. Klare Torchancen bleiben zunächst Mangelware, auch weil der FCM kompakt verschiebt und als Einheit überzeugt.

 

Nach einer halben Stunde dann die erste richtig dicke Möglichkeit: Über die linke Seite kombiniert sich Münsterlingen sehenswert durchs Mittelfeld zu Miq, der das Spiel clever auf die rechte Seite zu Niki verlagert. Dessen Flanke aus dem Halbfeld segelt punktgenau an den zweiten Pfosten, wo Tobi höher steigt als der Keeper und den Ball einköpft – Führung für Münsterlingen! ⚽️

 

In der 35. Minute folgt das Déjà-vu: Nach schnellem Umschalten behält Yanik die Übersicht und verlagert erneut auf die rechte Seite zu Niki. Dieser bringt den Ball wieder aus dem Halbfeld direkt in den Strafraum – zunächst etwas zu weit, doch Yanik setzt stark nach und legt clever zurück auf Miq. Dessen überlegter Abschluss wird vom Keeper zwar pariert, kann aber nicht festgehalten werden. Der Abpraller landet genau dort, wo man als Offensivspieler stehen muss: Mattis, welcher den Konter selbst ausgelöst hatte, reagiert am schnellsten und schiebt aus kurzer Distanz souverän zum 2:0 ein. ⚽️

 

In den folgenden Minuten hat der FCM das Geschehen weitgehend im Griff und klärt die meist hohen Bälle der Gäste konsequent. Doch kurz vor der Pause wird es noch einmal bitter: Nach einem Einwurf kommt Amriswil zur Flanke, im Strafraum hat der Gegenspieler zu viel Platz – völlig freistehend köpft er zum Anschlusstreffer ein.

 

Direkt nach dem Wiederanpfiff darf Amriswil noch einmal per Freistoss ran, allerdings segelt der Ball eher in Richtung Eckfahne als aufs Tor. Kurz darauf ist Pause – und trotz des späten Dämpfers geht Münsterlingen mit einer verdienten Führung in die Kabine.

 

Nach dem Wiederanpfiff folgt in der 53. Minute die erste nennenswerte Szene – und die hat es in sich. Amriswil flankt aus dem Halbfeld hinter die Abwehrkette, der Ball wird noch einmal abgelegt und landet schliesslich im Tor zum vermeintlichen 2:2. Doch noch bevor der Abschluss fällt, ertönt ein Pfiff: Abseits! Klare Sache – denkt man.

Was folgt, sorgt jedoch für kollektives Kopfschütteln auf und neben dem Platz: Nach heftigen Protesten der Amriswiler und längeren Diskussionen entscheidet sich der Schiedsrichter plötzlich um – und gibt den Treffer doch. Obwohl bereits unterbrochen war, zählt das Tor tatsächlich. Ein Entscheid, der wohl noch für Gesprächsstoff sorgen wird – Verständnis sucht man auf Münsterlinger Seite vergeblich.

 

Nach dieser Szene die Nerven zu behalten, ist alles andere als selbstverständlich – doch der FCM zeigt Charakter und bleibt ruhig. In der 60. Minute setzt Tobi ein erstes Zeichen und zieht aus der Distanz ab, der Keeper ist jedoch zur Stelle.

 

Die Partie bleibt in der Folge emotional, aber fair geführt. Münsterlingen findet offensiv keine ganz zwingenden Lösungen mehr, während Amriswil immer wieder über Konter lauert, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Zehn Minuten vor Schluss meldet sich erneut Tobi zu Wort: ein wuchtiger Abschluss aus der Distanz, der jedoch hauchdünn am Lattenkreuz vorbeizischt – das wäre die perfekte Antwort gewesen.

 

In der 85. Minute folgt die nächste kuriose Szene. Amriswil greift über links an und schiebt den Ball an der Strafraumgrenze am herauseilenden Keeper Pädde vorbei. Während die Kugel gemächlich Richtung Tor rollt, sprintet Ricci im Duell mit dem Stürmer zurück. Auf der Linie ist er zuerst am Ball, wird dabei jedoch gefoult und kommt nicht mehr zur Klärung. Der Angreifer schiebt ein – und zunächst scheint der Treffer zu zählen.

Doch wie schon zuvor bleibt es nicht bei der ersten Entscheidung: Nach Protesten korrigiert der Schiedsrichter seinen Entscheid und gibt den fälligen Freistoss für Münsterlingen. Diesmal setzt sich also doch die richtige Entscheidung durch – auch wenn „Glück“ hier wohl das falsche Wort wäre.

 

Münsterlingen schafft es nach dem folgenden Freistoss nicht, hinten rauszuspielen. So wird Mattis ausserhalb des Strafraums aus kurzer Distanz an der Hand getroffen und es gibt Freistoss in aussichtsreicher Position. Diese Chance lassen sich die Gäste nicht entgehen und erzielen wenige Minuten vor Schluss mit einem sehenswerten Treffer das 2:3. Ein schöner Schuss – aus Münsterlinger Sicht aber natürlich maximal bitter.

 

Trotz einer langen Nachspielzeit gelingt dem FCM keine Antwort mehr, und so steht man am Ende eines intensiven Spiels mit leeren Händen da. Vor allem in der ersten Halbzeit wusste Münsterlingen mit einer starken, geschlossenen Teamleistung zu überzeugen und ging verdient in Führung. Umso ärgerlicher, dass man diese nicht über die Zeit bringen konnte.

 

Nun gilt es, die positiven Aspekte mitzunehmen und am kommenden Wochenende in Münchwilen daran anzuknüpfen. Zum Schluss wird Mattis zum MVP gekürt – ein unermüdlicher Antreiber, der besonders in der ersten Hälfte (neben seinem Scorer) das ganze Feld beackert hat, keinen Zweikampf scheute und damit grossen Anteil an der starken Leistung seines Teams hatte.

 

Die Mannschaftsberichte der 2. Mannschaft werden von verschiedenen Personen geschrieben. Den Bericht zu diesem Spiel schrieb Josh, ein verletzter Spieler der zweiten Mannschaft.