Die Absenzenliste war länger als die Liste der anwesenden Spielerinnen und der Rückwärtsgang wollte beim Einparken einfach nicht so, wie es Mareike gerne gehabt hätte. Automechin Kim eilte zu Hilfe und ermöglichte unserer Nummer 7 damit die fast pünktliche Ankunft am Mani Assenheimer-Weg. Danke Kim und Martin! Es war aber das letzte Mal, dass die Frauen den Rückwärtsgang suchten, denn in den folgenden 90 Minuten schalteten unsere Frauen in den hochtourigen Bereich und gewannen das sehr intensive Spiel gegen Chur 97 dank einer überaus aufopferungsvollen Leistung verdientermassen mit 3:1 (0:1). Damit gelingt den Frauen der erste Vollerfolg in dieser Rückrunde.
Am See holten sich unsere Frauen die letzte Ruhe vor dem Sturm. Einige kurze Worte zum heutigen Spiel und zum Matchplan. Umziehen, Trainingsplatz. Garderobe. Los! Die Vorbereitungszeit auf dieses Spiel war kürzer als auch schon, aber unsere Frauen begannen gegen den Favoriten aus Chur gut und hätten in der ersten halben Stunde mit mindestens einem Tor führen müssen. Katja traf aus bester Position den Ball nicht richtig und Melä schoss aus guter Position den Goalie an. Kathi büschelte den Ball nach einer verunglückten Rettungsaktion des Churer Goalies etwas zu lange. Dies die offensiven Highlights der ersten Hälfte. Aber eigentlich war es die Arbeit in der Defensive, die dieses Spiel aus Münsterlinger Sicht so speziell machte. Gegen das Fünfermittelfeld des Gegners brauchte es enorm viel Geschiebe und damit verbunden unheimlich viel Laufarbeit, was unsere Frauen demütig annahmen und genau das umsetzten, was wir vor dem Spiel besprochen hatten. Und wenn der Gegner einmal durchkam, war Steffi da und kratzte die Kugel kurz vor der Linie weg. Leider gelang es uns in der ersten Hälfte genau einmal nicht, die Mitte zuzumachen und so landete der abgefälschte Schuss im langen Eck. Ärgerlich, denn Münsterlingen war die gefährlichere Mannschaft und musste somit mit einem Rückstand in die Pause.
Nach dem Tee rannten die Münsterlingerinnen weiter dem Rückstand hinterher. Es brauchte etwas Glück, um zum Ausgleich zu kommen. Katja holte mit letztem Einsatz eine Ecke heraus. Über Umwege gelang der Ball zu Kathi, die ihn sofort in die gefährliche Zone zurückspedierte. Dort ging Melä vergessen, die voller Überzeugung in den Ball lief und diesen unhaltbar in der linken Ecke versteckte. Ausgleich! Münsterlingen zurück und mit dem Momentum auf seiner Seite. Würden die Frauen diese gute Ausgangslage nutzen können? Sie konnten! Weil Selina unbekümmert und frech ins Eins-gegen-Eins ging und von der Gegnerin regelrecht, wie von einer Traxschaufel, aufgeladen wurde - Penalty, ohne Frage. Melä schnappte den Ball, schüttelte sich kurz und wählte dieselbe Ecke wie beim Ausgleich. Eine gute Entscheidung, Münsterlingen führte nach 69 Minuten erstmals und musste nun noch lange Minuten überstehen. Der Churer Ausgleich nach einem Handsfreistoss wurde vom Schiedsrichter wegen eines Handspiels zurecht einkassiert und dies nährte die Hoffnung, dass der FCM hier tatsächlich gewinnen könnte. In der 87. Minute erlösten sich unsere Frauen dann selbst. Melä lief zum x-ten Mal über die Seite in Richtung Grundlinie und hatte dann noch den Blick für KatJAAA, die den Sieg sicherte. So endete dieses Spiel mit einem verdienten 3:1 für den FCM, der diesen langersehnten Erfolg noch auf dem Platz gebührend zu feiern wusste. Es war ein Teamerfolg, die Laufbereitschaft aller am gestrigen Abend war der Schlüssel dazu. Danke an alle Dagebliebenen für die Unterstützung und den Glauben an dieses Team, das man einfach lieben muss. Es geht nicht anders.
Fazit: Wer braucht schon den Rückwärtsgang!
FC Münsterlingen - Chur 97 3:1 (0:1)
